Wolfram Würzburger wurde 1964 in Salzburg geboren. Bereits als Schüler erhielt er Auszeichnungen (europäische Hauptpreise 1980 und 1982) sowie ein Schüerstipendium für die Klasse von Georg Eisler auf der Internationalen Sommerakademie in Salzburg. Auch später war er Sommerakademieschüler von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Giulio Paolini, Hermann Nitsch (Stipendium) oder Kursteilnehmer bei Hubert Schmalix.

2017

2017

2015

2015 2015

2014

2014

2013

2013

2012

2012 2012

2010

Atelier Ainring

2010

2008

Akademie Bad Reichenhall, Klasse Hubert Schmalix

2008

2007

Atelier in Sam, Salzburg

2007

2005

„Freiluftatelier“ am Buchberg in Mattsee

2005 2005

2005

„Malworkshops“

2005-2 2005-2

2005

Klangperlenspieler, Aktion Klangpunkte Salzburg

2005-3 2005-3 2005-3

2004

Ausstellungsbeteiligung „Künstler retten Tiere“ im Ursulinen Hof - Landeskulturzentrum Linz

2004

2003

Im Atelier am Buchberg in Mattsee

2003 2003

2001 bis 2002

Sechs monatiger Arbeitsaufenthalt in Rhodos, Griechenland

2001 bis 2002 2001 bis 2002 2001 bis 2002 2001 bis 2002

2001

Stipendium für die internationale Sommerakademie in Salzburg, Klasse Hermann Nitsch

2001 2001 2001 2001 2001 2001

2001

Siebddruck Workshop, Berchtold-Villa Salzburg, Berufsvereinigung bildender Künstler

2001-2 2001-2

2000

Internationale Sommerakademie Salzburg, Klasse Giulio Paolini

2000

2000

Sommerakademie in Triest, „Libera Accademia di Belle Arti“

2000-1 2000-1

2000

Künstlerausstausch Provinz Trient und Land Salzburg, Stipendium des Landes Salzburg, casa degli artisti, Tenno

2000-2 2000-2 2000-2

1982

Schülerstipendium des Landes Salzburg für die Sommerakademie in der Klasse Prof. Georg Eisler

1982 1982 1982

Gedanken zu den Bildern:

Landschaftsbilder – Salzburg bei Nacht und Mondschein am Weiher

Die Malerei surft zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Die Landschaft wird durch gestische Malerei erfasst. Die Farben und ihre Substanz an sich schaffen Stimmungen und Atmosphäre. Tiefe und Weite werden durch Überlagerungen, durch Freilassen, durch aufgetragene und teils wieder abgekratzte Schichten erzielt.
 
Es sind dynamisch gemalte Bilder, die lebendig sind. Die Landschaften tragen Geschwindigkeiten in sich. Selbst das gemächliche Salzburg erwacht am Abend und verschließt sich nicht einer modernen Lichterwelt. Auch der träge Weiher, wird durch
Windsträhnen, Landespuren der Wasservögel oder Reflexionen aufgeschreckt.

Die Bilder vom Weiher in Leopoldskron oder die Stadtmotive bei Nacht sind bewegte Bilder, die gleichzeitig aber in sich ruhen.
Das langgezogene Ufer, die Baumgruppen und ihre Spiegelung im Wasser, Äste,
Verkehrsadern, wie Fluss und Straßen, Häuserzeilen und Lichterreihen – eigentlich nur Farbhiebe oder Strichstrukturen - werden zu Achsen im Bildaufbau. Sie sind das Gerippe und Rückgrat. Das Ringen nach Formen, das Kratzen, das Wunde schließen und Heilen durch flüssiges, leichtes Übermalen verleihen dem Ganzen Fleisch, Körper und Leben - ein manchmal aufgewühltes, bewegtes, manchmal nervöses, zuweilen stürmisches wird wieder beruhigt. Die Landschaften kommen zur Ruhe.
Impressionen expressiv dargestellt.
Der Betrachter kann vor diesen Landschaften verweilen, in seiner Phantasie umherschweifen, zurückwandern in Erinnerungen, den Blick wieder nach vorne richten, im Jetzt sein oder in dem im Bild festgehaltenen Augenblick.

Pixel-Zeichnungen – Moonshine 3 Ausradiert und Moonshine 4 Demaskierung

Der Strich, die Linie und nicht das Ausmalen ergeben das Bild
und bei diesen „Bleistift-Pixel-Zeichnungen“ verhält es sich ebenso.
Tausende kleine Strichlein, immer horizontal, parallel und leicht versetzt, führen
zum Ziel. Das schichtweise Auftragen mit unterschiedlichen Bleistiftstärken ergibt nicht nur Fläche, sondern ein plastisches Bild, erzielt Tiefe und Atmosphäre und erreicht fast Dreidimensionalität.

Sinn der aufwendigen Arbeitsweise, dieser „Pixeltechnik“, ist es, die Leichtigkeit
trotz der Überlagerungen zu erhalten. Dieser „Strichilismus“ führt dazu, dass
das Papier bis zum Schluss, wenn auch nur an winzigen Stellen, sichtbar bleibt.
Das Weiß des Blattes erhält die Luftigkeit.

Weder Schraffieren, noch flächiges Zeichnen oder durchgezogene Linien könnten diesen Effekt erzielen. Diese Pixel-Zeichnungen sind keine Umrisszeichnungen.
Kleine Strichleins, schaffen die Stadtlandschaft, ein Motiv, das immer wieder kehrt.
Die Ansicht einer barocken Stadt, die modern und weltoffen sein will, für kurze Zeit immer wieder auch ist, und trotzdem in sich gekehrt und verschlossen bleibt.
Ansichten bei Nacht. Vollmondnächte. Festspielnächte. Die Serie „moonshine“
bedeutet im englischen figurativ auch „fauler Zauber“.
Fauler Zauber, das Drama des Menschen, das Theater der Gesellschaft.
Das Spiel von Leben und Tod, die Stadt als Bühne.
Die Festspielstadt als Bild der Vergänglichkeit, oft müde und träge, unter der Hand
aber geschäftig und bisweilen von strahlender Schönheit.

Die reiche Stadt, das teure Pflaster, verschlungene Gassen und dunkle Querungen, Lebens-Fluss und Lebensgenuss unter dem Antlitz, das uns täglich beäugt.
Der Tod grinst und wacht über Jedermann.

„Ausradiert“ oder „Demaskierung“, sind die Titel dieser Zeichnungen.
Unzählige Striche wie unzählige Menschenseelen und durch das Bleistift-Spitzen unzählige Holzspäne als Symbol einer Metamorphose.

Nach der Aufführung, die Stille, nach aufgeheizten Spielen die kühle Sommernacht,
nach der Pracht nur mehr der Tod, der lacht.
Nach der Sonne, der runde Mond, ein letztes Licht, verhaltener Schein.
Spiegel und Spiegelung, Kreislauf in und mit der Zeit, Zyklus des Lebens. Der Tod, der mit der Geburt beginnt, das Leben, das mit dem Tod vielleicht nicht endet.

Die Arbeiten entstehen in ca. 100 Werkstunden und benötigen mindestens
17 Schichten bzw. Überlagerungen von Bleistiftstrichen verschiedener Härtegrade.
Die vielen Strichlein vernetzen sich. Verdichtung, bis sie ineinander übergehen;
bis sich der einzelne, noch wahrnehmbare, im Miteinander auflöst; der einzelne, der sich zurücknimmt, damit ein Ganzes entsteht; der sich opfert, um im Mikrokosmos eines später gerahmten Bleistiftbildes aufzugehen.

Abstrakte Malerei – Lutos 1 und Lutos 2

Bilder als Ergebnisse von Überlagerungen flüssiger oder dicker, frischer oder bereits verkrusteter Farbsubstanzen, aufgetragener, teils wieder abgezogener Farbschlieren, einer gestischen, manchmal dynamisch-expressiven Pinsel- und Spachtelführung.  
Einer zunächst tätigkeitsorientierten Malerei.

Aber auch Malerei als Bild von Vergangenem, Verborgenem, Verschleiertem, Verkrustetem, vielleicht Unterbewusstem. Buntes und Beliebiges hält nicht, Lautes wird beruhigt. Was schon fertig zu sein schien, aber nicht standhält, wird wieder zerstört oder überarbeitet. Übermalung als Weg. Bilder als Wesen, die leben, die sich verändern. Ein Variieren und Experimentieren, ein teilweises Wegnehmen und Hinzufügen, Abstand nehmen, zeitlich und räumlich. Ein Entstehungsprozess der Annäherung, des Suchens, des Versuchens, des Scheiterns, des Neuanfangs, manchmal des Verzweifelns und manchmal voller Glücksmomente.
„Alles ist Energie“ - der Prozess, das fertige Bild, der Maler, die Farbe...

Die Leinwand, das Bild bleibt manchmal Fläche, wird manchmal Raum, manchmal Resonanzkörper, Hell-Dunkel-Kammer, manchmal Lichtquelle,
bisweilen Quelle für Assoziation oder Inspiration.
Die teils schroffe, teils glatte Oberflächen- und Tiefenstruktur der Bilder „Lutos 1 und Lutos 2“, erinnern an Felsausschnitte im Gebirge oder an Birkenrinde. Manchmal wird der Betrachter aber auch durch einen Bildtitel zur Naturassoziation verführt oder verleitet.

Der Maler will in seiner rein abstrakten Malerei die Natur aber eben gerade nicht abbilden. Nicht die eine Landschaft, sondern die Natur an sich, nicht die eine visuell nachempfundene Stimmung, nicht Wald, Wiesen und Felder, sondern Farbfelder bestimmen die geschaffene Natur- bzw. Bildrealität.